Am 14.6. ist im Öffentlichen Verkehr der sogenannte „kleine Fahrplanwechsel“, bei dem üblicherweise nur geringe Veränderungen vorgenommen werden. Bei Arverio Bayern ist diesmal die größte Änderung, dass ab diesem Zeitpunkt für die Riesbahn ein Fahrzeug mehr eingesetzt werden kann. Dadurch ändert sich im Fahrplan nichts, aber bei Verspätungen haben die Fahrgäste mehr Stabilität und Verlässlichkeit.
Denn bisher ist es so, dass die Riesbahnzüge kurz nach Ankunft in Aalen zurück in Richtung Donauwörth fahren; bei Verspätungen startet die nächste Fahrt in die Gegenrichtung auch wieder verspätet, und bei größerer Verspätung müssen die Züge aus Richtung Nördlingen bereits in Lauchheim oder Goldshöfe vorzeitig wenden. Das alles wird damit vermieden.
„Ich freue mich, dass mein sehr engagiertes und kreatives Team den Fahrzeugeinsatz optimieren und so ohne wesentliche Schwächung anderer Züge ein Fahrzeug für diese Verbesserung freisetzen konnte“, so Arno Beugel, Betrieblicher Geschäftsführer von Arverio. „Im Fahrplan ändert sich dadurch nichts, aber bei Verspätungen können wir künftig den Betrieb schneller stabilisieren, und die Fahrgäste von und nach Aalen haben damit mehr Verlässlichkeit. Damit können wir eine gute Anregung des Ostalbkreises umsetzen – zum Wohl und Nutzen der Fahrgäste und der Region. Wir gleichen damit Mängel an der Infrastruktur aus, für die wir nicht verantwortlich sind.“
Der Landrat des Ostalbkreises, Dr. Joachim Bläse, dankt Arverio und SPNV-Aufgabenträgern für die betriebliche Anpassung zum Wohle der Fahrgäste auf der Riesbahn: „Die Bereitstellung eines zusätzlichen Fahrzeugs ist eine wirksame Sofortmaßnahme für die Zuverlässigkeit des Bahnverkehrs zwischen Aalen und Donauwörth. Das Engagement von Arverio zeigt, wie man auch mit schwierigen infrastrukturellen Bedingungen kreativ umgehen kann. Auch wenn damit strukturelle Mängel – wie etwa die eingeschränkte Nutzbarkeit am Bahnhof Lauchheim – nicht über Nacht verschwinden, bringt diese betriebliche Optimierung spürbar mehr Stabilität in den Fahrplan und schont die Nerven der Fahrgäste.“
Arverio Bayern bedient zum einen das E-Netz Allgäu von München über Memmingen nach Lindau mit den Linien RE 72, RE 96 und RB 92. Zum anderen das sogenannte Los 1 der Augsburger Netze mit Verkehren von Augsburg nach München, Würzburg, Aalen und Ulm. Das sind die Linien RE 9, RE 80, RE 89, RB 86, RB 87 und RB 89. Abgesehen von dieser Verbesserung bei der Riesbahn gibt es im Fahrplan von Arverio Bayern zum kleinen Fahrplanwechsel 2026 nur kleine Änderungen im Minutenbereich. Arverio empfiehlt allen Fahrgästen, vor Fahrtantritt in den Online-Auskunftsmedien zu prüfen, ob ihre Züge weiterhin zur gewohnten Zeit verkehren oder ob es zu geringfügigen Fahrplanänderungen kommt.
Hintergrund
Die Riesbahn verläuft von Donauwörth über Nördlingen nach Aalen und ist nur eingleisig. Jeder zweite Zug wird umsteigefrei von und nach München durchgebunden, wodurch komfortable Direktverbindungen möglich sind, aber auch manchmal Verspätungen aus der Landeshauptstadt bis ins Ries übertragen werden. Bei großen Verspätungen müssen die Züge derzeit bereits in Lauchheim oder Goldshöfe wenden und gleich zurückfahren.
Die Riesbahn dient als Umleitungsstrecke und muss bei größeren Baumaßnahmen oder kurzfristigen Sperrungen zwischen Augsburg und Stuttgart zusätzliche ICE- und Güterzüge aufnehmen. Zudem ist am Bahnhof in Lauchheim nur der Bahnsteig an Gleis 1 nutzbar, so dass sich dort zwar zwei Züge begegnen, aber nur einer am Bahnsteig halten und so das Ein- und Aussteigen ermöglichen kann; diese Schwachstelle soll beseitigt werden, das wird aber noch einige Jahre dauern.

